Wer kennt es nicht: weiße Handabdrücke auf der Hose, ein Gänsehaut hervorrufendes Quietschen oder weiße Tropfmuster auf dem Boden – Spuren der Kreidezeit. Die grüne Kreidetafel war lange Zeit das Symbol für Schule schlechthin.
Auch für die Georg-Müller-Schule waren sie einst das wichtigste visuelle Hilfsmittel im Klassenzimmer. Ob als Unterlage für lange Abschreibtexte und bunte Kreidebilder oder als Plakathalterung (sofern man nicht vergaß, dass nur eine der beiden Tafelflügeln magnetisch ist…) – die Tafel genoss den höchstmöglichen Grad an Aufmerksamkeit im Schulalltag.
Dabei entlockte sie denen, die sie nutzten, häufig ganz eigene Gewohnheiten: manche gebrauchten hier ihren Handrücken als Tafelschwamm, einige den Mittelfinger als Zeigestock und manch ein Schüler fand hinter ihr hervorragende Versteckmöglichkeiten.
Doch die Tafel blieb nicht das einzige Darstellungsmittel im Klassenzimmer. Neben Overheadprojektoren und Pinnwänden gesellten sich nach und nach auch Beamer, Whiteboards, Elmos (Dokumentenkameras) und Tablets zu den ergänzenden Vermittlungsmedien. Die Schüler staunten nicht schlecht, als plötzlich Lernfilme über den Beamer oder Arbeitsblätter vom Elmo groß an die Wand projiziert wurden. Einen besonders hohen Aufforderungscharakter boten die Tablets, mit denen Lernapps genutzt, eigene Lernvideos erstellt oder auf andere Art und Weise die Medienkompetenz der Kinder gefördert wurden.
An der Gesamtschule wurden in einigen Räumlichkeiten schließlich für einige Zeit die Activboards angebracht. Diese wurden von den Schülern freudig begrüßt, so manch eine Lehrkraft stellten sie allerdings vor technische Herausforderungen: Unterbrechung des Unterrichts, weil das Activboard neu kalibriert werden musste; die Tatsache, dass Eddings auf der neuen Oberfläche nicht abwischbar sind; Softwareprobleme usw. Lange hielt die Begeisterung nicht an.
Und schließlich fanden auch die digitalen Tafeln ihren Weg in die Klassenzimmer der Georg-Müller-Schulen. Zunächst forderten sie einige der Lehrer und Lehrerinnen zu einem regelrechten Showdown heraus, dann jedoch siegte die Freude über die ungeahnten Möglichkeiten, die die großen Touchscreens boten. Ganz gleich, ob man für seinen Unterricht nun eine linierte Schreibunterlage, mathematische Hilfsmittel, das Internet, lernförderliches Entertainment oder einfach einen Geburtstagssong mit dekorierter Torte benötigt – die neuen Tafeln machen so ziemlich alles möglich. Täglich erkunden Lehrer und Schüler neue Funktionen, tauschen darüber aus und nutzen die erweiterten Möglichkeiten im Unterricht.
Mal sehen, was noch folgt. 🙂
Manuela Töws