Eine Schülerperspektive

An einem Freitag im März, den 13., um genau zu sein, kam mein kleiner Bruder freudestrahlend nach Hause. Der Grund war offensichtlich: “Wir haben Corona-Ferien!”, sagte er, sichtlich stolz auf diese Wortneuschöpfung.
Für mich sah die Situation jedoch anders aus. Die Nachricht von den Schulschließungen kam sehr plötzlich und bedeutete für die Q2, ihre letzten drei Schulwochen überhaupt zu verlieren. So fielen nicht nur Wiederholungen für die Prüfungen und die Mottowoche weg, auch der Abschied kam sehr unvermittelt.
Zum Leidwesen meines Bruders, welcher noch weitaus mehr Präsenzunterricht verlor als die Abschlussjahrgänge, zeigte sich bald: Inhaltliches konnte über den Fernunterricht noch recht gut abgefangen werden. Doch lehrte uns die Corona-Krise viel mehr: das Lernen in der Schule hat einige unersetzliche Vorteile. Denn nach einiger Zeit fehlte neben der Routine auch der persönliche Kontakt zu den Mitschülern und Lehrern.
So hat der Abiturjahrgang zwar einige ungewohnte Umstände von der Verschiebung der Prüfungstermine über die Maskenpflicht bis hin zum Schreiben der Klausuren in der Turnhalle hinnehmen müssen. Trotzdem lässt sich sagen: es war eine lehrreiche Zeit und unser Abitur wird so schnell sicher niemand vergessen!

Nadia Oks