Liebe Eltern,

mit Ausnahme einiger Unterrichtsstunden unserer 10.Klässler/innen werden wir zunächst weiter im Fernunterricht arbeiten müssen. Wir sehen diese Art des Unterrichts als behelfsweise nötige Krücke an. Aber auch eine Krücke kann besser oder weniger gut geeignet sein. Deswegen arbeiten wir weiter an der Optimierung dieses Instruments. Im Rahmen einer Dienstbesprechung haben wir uns im Kreis unseres Kollegiums auf die folgenden Vereinheitlichungen bei der Aufgabenstellung geeignet:

 Einheitlichere Aufgabenstellung 

  1. Alle Aufgabenstellungen erfolgen ausschließlich und für Ihre Kinder verlässlich über das Tool “Aufgaben”  im Rahmen der Microsoft-TEAMS-Umgebung!
    Das bedeutet: Ihr Kind findet immer (!) die Aufgaben aller (!) Fächer durch den Klick auf das Aufgaben-Symbol im Teams-Menue!
  1. Jede Aufgabenstellung soll in Zukunft außer der Unterscheidung von Lernangeboten und Pflichtaufgaben in aller Regel auch eine Lernzielformulierung (“Ich kann…”) enthalten.
    Dies hat zwei Ziele:

    1. Ihr Kind hat (bzw. Sie als Lernhelfer haben) damit einen Maßstab, mit dem beurteilt werden kann, in welchem Ausmaß die Lernangebote wahrgenommen werden sollten. Diese Formulierung fördert also das selbstgesteuerte und selbstverantwortliche Lernen. Es ermöglicht zudem auch ein eventuelles Nicht-Wahrnehmen von Lernangeboten mit gutem Gewissen!
    2. Diese Lernziele sind die Grundlage für Lernziel-Kontrollen, die in späteren Präsenz-Phasen durchgeführt werden können.

Außerdem haben wir über die Möglichkeiten und Grenzen einer Leistungsbewertung im Rahmen des Fernunterrichts diskutiert und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:

Leistungsbewertung im Fernunterricht 

  1. Wir sehen es als pädagogisch unverzichtbare Würdigung und Wertschätzung von Schülerleistungen an, dass wir positive Leistungen im Rahmen der Aufgabenstellungen in der Zeit des Fernunterrichts  nicht einfach ignorieren sondern werten und auch in die Zeugnisnote mit einfließen lassen.
  2. Schwieriger sieht es mit der Wertung von nicht erbrachten bzw. sehr mangelhaften Leistungen in dieser Zeit aus. Die Begründung des Schulministeriums dafür, solche Mangelleistungen bei der Notengebung nicht zu berücksichtigen, ist, “den Umstand zu berücksichtigen, dass es in dieser Zeit individuelle Situationen geben kann, die dazu führen, dass Aufgaben nicht so erledigt werden können wie es im Präsenzunterricht ggf. möglich gewesen wäre”. Dieses Anliegen unterstützen wir voll, haben jedoch die Erfahrung gemacht, dass es Fälle gibt, wo das Nichterbringen von Leistungen nachweisbar (!) nicht an der speziellen Situation des Fernunterrichts liegt. In diesen Fällen, also wenn nach mehrfachen Nachfragen und wiederholten Hilfsangeboten unsererseits, Leistungen nicht oder nicht hinreichend erbracht worden sind, und das nachweisbar nicht an technischen Barrieren liegt, werden wir dies auch bei der Notengebung berücksichtigen. Wenn Sie Sorge haben, dass dadurch eine ungerecht negative Bewertung Ihres Kindes erfolgen könnte, wenden Sie sich jetzt (und nicht erst kurz vor den Zeugnissen) an die Fach- bzw. Klassenlehrer Ihres Kindes. Gerade diese Gespräche, die entweder zur Behebung der technischen Barrieren führen sollen oder ansonsten dann doch zu einer begründeten (!) Nichtbewertung von Minderleistungen führen könnten, sind unser Anliegen!

Ob wir diese “Krücke” des Fernunterrichts nun bald wieder ablegen können, kann ich Ihnen zum jetzigen Zeitpunkt nicht versprechen, sondern Sie nur bitten mit uns zusammen die vergleichsweise guten technischen Möglichkeiten unserer Schule zu nutzen, um die Lernbewegungen Ihres Kindes weiter zu fördern.

Mit freundlichen Grüßen

R. Seutter