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Geflügelte Worte

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Geflügelte Worte -
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Klassische Musik und Texte zu Freundschaft und Liebe

Meine Kollegin Daniela Janzen hatte die Idee, endlich mal wieder einen anspruchsvollen Konzertabend in unserer Schule zu organisieren - ganz ohne Anlass, allein aus Freude an der Musik, der Kunst, und um den vielen begabten jungen Leuten der GMS die Möglichkeit zu geben, ihr musikalisches Können einer Öffentlichkeit zu präsentieren. Da wollte ich, obwohl ich heimlich dachte, dass das wieder viel Arbeit verursacht und Zeit kostet, mich nicht drücken. Außerdem fiel mir spontan mein Deutschkurs in der 12 ein, der viel zu gut ist, um nur hinter verschlossenen Klassenzimmertüren zu arbeiten. Da wir infolge der Abiturobligatorik sowieso Liebeslyrik behandeln müssen, war das Thema des Abends auch schnell gefunden.

Nun gab es natürlich viel zu organisieren, vor allem für Frau Janzen, und viel zu üben, vor allem für die Schülerinnen und Schüler, und schließlich viel aufzubauen, vor allem für unsern Hausmeister Matthias Oberschelp.
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Am 11. Februar 2010 war es dann soweit. Gerhard Prade saß am Mischpult, das Forum der Georg-Müller-Schule war schön dekoriert, gut gefüllt, alle Stühle waren besetzt, nervöse Schüler und Lehrer an allen Ecken, aber pünktlich um 19.30 Uhr trat erwartungsvolle Stille ein und ich musste als Moderator das Mikrophon anstellen. Es folgte ein außerordentlich gelungener Abend, eine bunte Mischung aus Musik und Gedichten, ein genüssliches Vergnügen - nicht nur für die Ohren.

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Gut zwei Stunden später gingen alle gut gelaunt und glücklich nach Hause, mit warmen Herzen, manchmal auch mit feuchten Augen. 18 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 10 bis 13, schwerpunktmäßig 12-er, haben gezeigt, wie sie mit Worten und Texten, mit Instrumenten und Musik den Winter und die Kälte vertreiben können. Und so kamen schöne, nachdenkliche und fröhliche Gedichte und Stücke zu den Themen Freundschaft und Liebe zum Vortrag - in dem Wissen, dass es für unsere Ohren keinen schöneren Klang gibt als die berühmten drei Worte "ich liebe dich", und nichts unsere Herzen und Seelen so erwärmen kann wie gute, romantische Musik. Von Anfang an gelang es den vortragenden Schülern, das Publikum in ihren Bann zu ziehen, sei es durch die virtuos und einfühlsam vorgetragenen Musikstücke, durch die wunderschönen Texte oder einfach durch die ganz erstaunliche, souveräne und dennoch warmherzige Präsenz und Ausstrahlung der Schülerinnen und Schüler.

Da hier nicht der Platz ist, alle Beiträge im Einzelnen zu beschreiben, nur eine Liste. Das Programm sah so aus: Als Mutigste begann Rachel Mbugua mit Karin Rohners bedeutungsschwerem Gedicht "Das nenn ich Klang", womit es ihr gelang, die Zuschauer schon zu Beginn zu verzaubern, gefolgt von Nancy Aleksić' selbstgeschriebenem Lied "Ein neuer Tag", in perfekter Harmonie gesungen von Nancy und Lisa Hartmann, worauf Anne Neufeld den von ihr ausgewählten, nachdenklichen Text "Nur ein Freund?" in der ihr eigenen gefühlvollen Art vortrug. Tirza Schlüßler eröffnete meisterhaft mit ihrer Querflöte unsere "klassische Phase" mit der schwierigen Hamburger Sonate G-Dur von Carl Philipp Emanuel Bach (Begleitung D. Janzen), danach trug Cecilia Wiebe lyrische Antworten auf die Frage "Weißt du, was Liebe ist?" vor, so warmherzig, wie es vielleicht nur Cecilia kann, worauf Marvin Hildebrandt Dvořáks Humoreske Nr. 7 mit seinem Saxophon heiter und dennoch tiefsinnig und kontrastreich zum Klingen brachte, begleitet von Johann Richert auf unserem Bechstein-Klavier, gefolgt von Lydia Meinel, die Bodo Wartkes verspieltes Gedicht "Lalelilolu" aufsagte, oder besser: allein mit der Stimme vorspielte. Johannes Wiebe spielte vor der Pause auf seinem Cello und unter Begleitung von D. Janzen die ersten zwei Sätze aus Saint-Saëns 1. Violoncello-Konzert in a-Moll, virtuos und souverän auch durch die sehr schnellen und oft wiederholten abwärtsgerichteten Triolenläufe.

Nach der Pause, in der ein Team aus der 10a den Service übernommen hatte (Isabella Bergmann, Axel Karkoschka, Tobias Neufeld, Nancy Scheidt, Tirza Schlüßler und Janine Strehlau, danke!), rief Johann Richerts Pianoimprovisation wieder auf die Plätze. Nancy Aleksić musste nochmal mit dem Gedicht "Augen" nach vorne, um die Zuhörer / -schauer wieder einzufangen und zu fesseln, gefolgt von unserem Tastenvirtuosen Johann Richert und seiner spieltechnisch hervorragenden Darbietung von Chopins Fantasie - Impromptus. Schließlich gelang es Lisa Hartmann, Nathalie Eckert und Andreas Lemke sogar noch den Tyrannen in Schillers klassischer Ballade "Die Bürgschaft" von Liebe und Treue zu überzeugen - und das Publikum gleich dazu. Zum krönenden Abschluss sangen Manuel Bergmann, Jim Luca Brand, Josua Dürksen, Matthias Heptin, Andreas Lemke, Joel Schlüßler, Colin Simon und Johannes Wiebe Goethes Heidenröslein in der Vertonung von Schubert und dem Satz von Daniela Janzen, die auch auf dem Klavier begleitete. Nachdem die Jungen unter großem Beifall ihre Rosen ins Publikum geworfen hatten, gab es als Zugabe das Stück noch einmal in einer a-cappella-Version, womit dann ein wirklich schöner und kunstsinniger Abend zu Ende ging.

Wer die Knaben live hören möchte, muss unten auf das Bild klicken.
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Irgendwann auf der Fahrt nach Hause wurde mir dann klar, dass alles funktioniert hatte, und zwar als ich mich dabei ertappte, wie ich mitten in der Nacht bei fünf Grad minus und inmitten von Schnee und Eis und Dunkelheit immer wieder Nancys Refrain vor mich hin sang: "Spürst du die Sonne ..." Gott sei Dank, dass es neben unserem Alltag immer auch eine poetische und musikalische Welt gibt, wie dieser Abend mal wieder bewiesen hat. Schule kann auch schön sein.

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Martin Köster

 

 

PS.: Auf dem Abend sammelten wir spontan Geld für die u.a. in Haiti tätige, christlich geführte Ärzteorganisation "humedica". Es kamen genau 1060,25 Euro zusammen. Vielen Dank!

Wer noch gelungene Fotos hat, lasse mir die bitte zukommen, z.B. per Mail, damit wir eine Erinnerungswand / -vitrine o. Ä. gestalten können.

M.K.

 

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