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II. Leitbild. Wie soll sich die GMS entwickeln?

Dieses Leitbild nennt die Schwerpunkte der Schulentwicklungsarbeit an der Georg-Müller-Gesamtschule. Es verdeutlicht, welche Aspekte von Schule in den Vordergrund gerückt werden sollen. Es fungiert somit als Orientierung für alle, die an der Schulentwicklung mitarbeiten. Acht Leitsätze zeigen eine Idee von Schule, die auf einem Konsens von Trägerverein, Elternpflegschaft, Lehrerkollegium und Schülerschaft basiert. Eine Schulprogrammkommission wird auch zukünftig an der Schulentwicklung weiterarbeiten.

  1. Die Georg-Müller-Gesamtschule lädt zum Glauben an Jesus Christus ein.
  2. Die Georg-Müller-Gesamtschule bemüht sich um eine an den biblischen Werten orientierte Erziehung.
  3. Die Georg-Müller-Gesamtschule ist eine Lehrer-Eltern-Schüler-Schule.
  4. Die Georg-Müller-Gesamtschule bereitet auf das „Leben nach der Schule“ vor.
  5. Die Georg-Müller-Gesamtschule sieht im sozialen Lernen einen Schwerpunkt der schulischen Arbeit.
  6. Die Georg-Müller-Gesamtschule fördert und fordert differenziert schwache und starke Schülerinnen und Schüler.
  7. Die Georg-Müller-Gesamtschule ist ein Lebensraum, in dem sich Schüler und Schülerinnen und Lehrerinnen und Lehrer wohl fühlen.
  8. Die Georg-Müller-Gesamtschule legt Wert auf eine langfristig orientierte Weiterentwicklung.

Zu Leitsatz 1:
Hauptbestandteil der Einladung zum Glauben ist das Vorbild der Lehrerinnen und Lehrer. Hieraus ergibt sich deren besondere Verantwortung für ihre Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen. Die Konsequenz und Ernsthaftigkeit der Glaubensentscheidungen der Lehrerinnen und Lehrer sollen in aller Vielfalt und trotz möglicher Konflikte im schulischen Alltag den Schülerinnen und Schülern deutlich werden.
Aus dem Widerspruch zwischen den Verpflichtungen, die der Schulbesuch mit sich bringt, und dem Anspruch, zum Glauben an Jesus Christus einzuladen, ergeben sich Fragen, die immer wieder neu überdacht und gegebenenfalls auch systematisch evaluiert werden sollen: Welche Effekte haben die regelmäßigen Andachten? Sind Alternativen zum bestehenden Konzept notwendig, gibt es solche? Welche freiwilligen Angebote könnten Schülerinnen und Schüler zum Glauben an Jesus Christus einladen bzw. ihren Glauben in altersgemäßer Form stärken.
Sind die Christen an der Georg-Müller-Schule im Hinblick auf diese Fragen nur für die eigenen Schülerinnen und Schüler verantwortlich oder auch für Jugendliche außerhalb der eigenen Schule?
Zudem soll stärker beachtet werden, dass mehr und mehr Kinder, deren Eltern nicht gläubig sind, die GMS besuchen. Wird die Schule den besonderen Bedürfnissen dieser Kinder gerecht?
 

Zu Leitsatz 2:
Es ist zu erwarten, dass der erzieherische Anteil an der Schularbeit weiter zunehmen wird. Die Werte, denen diese Erziehung unterliegt und die sie vermittelt, bedürfen einer ständigen Überprüfung. Zu erfolgreicher Erziehungsarbeit gehört eine beständige, vorurteilsfreie Wertediskussion aller Beteiligten. Alleiniger Maßstab wird dabei die Bibel bleiben.
 

Zu Leitsatz 3:
Es geht um ein wirkliches Miteinander der drei beteiligten Gruppen. Die Schule bemüht sich, Eltern und Schüler und Schülerinnen Gestaltungsspielraum und Verantwortung zu übertragen, da dadurch eine Bereicherung des Schullebens sowie eine gesteigerte Qualität der schulischen und erzieherischen Arbeit und der Schulentwicklungsarbeit erwartet wird. Das vorläufige Ende der Bauphase der Schule gibt Anlass, den Einsatz der Eltern auch über die Bauphase hinaus in anderen Formen zu institutionalisieren. Es sollen vermehrt Seminare, Vorträge u.ä. mit für Eltern interessanten Themen organisiert werden. Dabei wird die Beratungslehrerin eine wichtige Rolle spielen.
Die Schülermitwirkung ist in den letzten Jahren selbstständiger geworden, verwaltet einen eigenen SV–Raum und beteiligt sich an der Pausenaufsicht. Trotzdem benötigt sie weiterhin die Unterstützung durch das Lehrerkollegium und die Schulleitung. Schülerinitiativen wie der Schülerbibelkreis oder von Schülerinnen und Schülern durchgeführte Arbeitsgemeinschaften sollen stärker gefördert werden. Die Arbeit der Schülervertretung benötigt immer wieder organisatorische und inhaltliche Hilfen und Informationen über die Schule betreffende Entscheidungen der Leitungs- und Mitwirkungsgremien. Es ist noch nicht ausreichend gelungen, für unserer Schüler und Schülerinnen die Schule mit ihrem Freizeitbereich zu verbinden.
 

Zu Leitsatz 4:
Die „Alltagsrelevanz“ der Schulausbildung wird beständig hinterfragt. Dieses bezieht sich auch, aber nicht nur auf den Bereich der Berufsfindung, Praktikumskonzept, Schullaufbahnberatung usw., sondern auch auf eine Vielzahl von Kompetenzen, die für „das Leben nach der Schule“ wichtig sind, auch wenn sie sich nicht in den Inhalten der Unterrichtsfächer finden. Einige Beispiele: Umgangsformen, Kreativität, Initiative, Urteils-, Kompromiss- und Diskussionsfähigkeit, Verbindlichkeit, Flexibilität, Verantwortungs–bereitschaft. Die Förderung solcher Schlüsselqualifikationen darf sich auch in Zukunft nicht auf die Bemerkungen zum Arbeits– und Sozialverhalten beschränken, sondern muss geeignete Formen finden, die dann allgemein verbindlich festgeschrieben werden sollen.
 

Zu Leitsatz 5:
Ein systematisches Konzept zur Umsetzung dieses Leitsatzes fehlt immer noch. Das Vorbild und die Anleitung der Lehrerinnen und Lehrer im Umgang mit konkreten Konflikten ist ein wichtiger Beitrag, kann aber nicht alles sein, was in diese Richtung getan wird. Ein erster Ansatz ist durch die Erprobung von Klassenratsstunden in den Jahrgängen 5 und 6 während der letzten beiden Schuljahre gemacht. Darauf soll mit dem Ziel eines alle Jahrgänge umfassenden Konzepts aufgebaut werden.
 

Zu Leitsatz 6:
Ziel der schulischen Arbeit ist es, jede Schülerin und jeden Schüler den individuellen Fähigkeiten entsprechend zu fördern. Es ist zu prüfen, welche Möglichkeiten innerhalb des bestehenden organisatorischen Rahmens für dieses Ziel noch genutzt werden können. Insbesondere die schon erwähnte Schulstruktur–Diskussion an unserer Schule hat hier verschiedene Möglichkeiten ins Blickfeld gerückt (siehe Punkt 10.).
Die geplante Weiterentwicklung der Leitfach–Differenzierung mit den E-Plus-Kursen zu einer Abschluss– bzw. Schulform–Differenzierung ist in diesem Zusammenhang von besonderer Bedeutung. Aber auch das zu entwickelnde Ergänzungsstundenkonzept bietet neue Gestaltungsfreiräume, die im Sinne dieses Leitsatzes genutzt werden sollen.
Ferner ist der  Schwerpunkt „Umgang mit heterogenen Lerngruppen“  der schulinternen Lehrerfortbildung (siehe unter Punkt 15.) im besonderen Maße diesem Bereich gewidmet.
 

Zu Leitsatz 7:
Von den Plänen zur Gestaltung von Nachmittagsangeboten ist das einer verbindlichen Hausaufgabenbetreuung für die Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5 bis 7 verwirklicht worden. Das Anliegen, im Schulgebäude einen freiwilligen „Freizeitnachmittag“ zu installieren und es somit den Schülerinnen und Schülern, die aus vielen verschiedenen Richtungen an die GMS kommen, zu ermöglichen, auch außerhalb der Schulzeit etwas miteinander zu unternehmen, konnte bisher nicht umgesetzt werden.
Besonders wichtig für den im Leitsatz anklingenden „Wohl-Fühl-Aspekt“ sind die Schüler-Schüler- und die Schüler-Lehrer-Beziehungen. Solche Beziehungen aber können durch Strukturen oder Konzepte nicht gemacht, sondern müssen gelebt werden. Der Beitrag der Schulentwicklungsarbeit kann dazu der sein, zeitliche, räumliche und strukturelle Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Ausleben solcher Beziehungen ermöglichen. Hier soll weiter an Möglichkeiten der Verbesserung gearbeitet werden.
 

Zu Leitsatz 8:
Eine erste praktische Konsequenz dieses Leitsatzes ist die bewusste Gestaltung der Fortbildungsarbeit, die im letzten Jahr begonnen hat. Als unbedingt notwendige Voraussetzung für eine systematische Schulentwicklung hat sich eine angemessene Berücksichtigung dieser Arbeit bei der Bemessung bzw. Entlohnung der Lehrerarbeitszeit erwiesen. Im Interesse einer langfristig orientierten Weiterentwicklung der Schule erscheint deshalb ein Lehrerarbeitszeitmodell, das auch die außerunterrichtlichen Tätigkeiten angemessenen berücksichtigt, als eine der dringlichsten Herausforderungen für Trägerverein und Schulleitung. Nur unter dieser Voraussetzung kann Schule nicht als statisches Gebilde, sondern als Prozess verstanden und verwirklicht werden, der durch systematische Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen flankiert wird. Darin enthalten ist auch die Aufforderung zur Beobachtung und Prüfung von Entwicklungen in Pädagogik und Didaktik.
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