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13. Beratung
Beratungslehrer:
An der Georg–Müller–Gesamtschule gibt es eine Beratungslehrerin. Diese ergänzt und intensiviert die Beratungstätigkeit der Lehrerinnen und Lehrer. Die Schullaufbahnberatung wird allerdings von den jeweiligen Abteilungsleitern durchgeführt.
Die Beratungslehrerin begleitet die Schüler/innen über mehrere Jahrgänge hinweg. Sie wird tätig, wenn sie von
- Schüler und Schülerinnen,
- Klassenlehrerinnen und –lehrern,
- Fachlehrerinnen und –lehrern,
- Eltern
mit einer Beratungstätigkeit beauftragt wird oder selbst einen Beratungsbedarf feststellt. Sie nimmt sich Zeit für persönliche oder schulische Probleme und häusliche Schwierigkeiten. Kontakte zu außerschulischen Institutionen (z.B. Beratungsstellen) kann sie vermitteln. Sie wird auch tätig, wenn andere mit der Beratung befasste Personen sie in einen bereits bestehenden, strukturierten Beratungsprozess einbeziehen.
Das Beratungsangebot der Beratungslehrerin richtet sich an:
I. Schülerinnen und Schüler bei
- Konzentrationsschwierigkeiten (ADHS /ADS usw.)
- Lese- und Rechtschreibschwäche (Legasthenie)
- Rechenschwäche (Dyskalkulie)
- schulische Motivationsprobleme
- Lern- und Arbeitsverhalten
- Erziehungsfragen
- Gewalt in der Familie
- Trennung- und Scheidungsprobleme
- Verhaltensschwierigkeiten in der Schule und / oder Zuhause (Ängste, Aggressivität, Kontaktschwierigkeiten)
- psychosomatischen Auffälligkeiten des Schulkindes
- spezifischen Fragen des Jugendlichen (Sucht / Alkohol, Drogen, Sexualität, Selbstwertgefühl, usw.)
- Gewalt gegen das Schulkind (Problemen in- und außerhalb der Schule, Mobbing, sexueller Missbrauch, usw.)
II. Lehrer
- kollegiale Fallbesprechung
- pädagogische Beratung bezüglich ihrer Schülerinnen und Schüler
- Hilfestellung in Konfliktsituationen
- Schulklassenbezogene Beratung
- Teilnahme an Klassenkonferenz
- Lehrerfortbildung in Beratungskompetenzen
III. Eltern:
- Elternabende (Infos über Sucht, usw.)
- vorbeugende Arbeit mit Eltern
- Elternschulungen /-gruppen
- Hausbesuche in besonderen Fälle
Die Beratungslehrerin befasst sich im Rahmen der beschriebenen Beratungsanlässe mit Aufgaben, die mit schulischen Mitteln innerhalb einer absehbaren Zeit lösbar erscheinen.
(Psycho-)Therapeutische Maßnahmen werden vom Beratungslehrer nicht durchgeführt.
Der Beratungsprozess, in den die Beratungslehrerin einbezogen wird oder der von ihr initiiert wird, erfolgt folgendermaßen strukturiert:
- Festlegung der mit der Beratungstätigkeit befassten Person(en),
- Problembeschreibung, Information
- Festlegung der Aufgaben beim entworfenen Lösungsweg,
- Umgrenzung der Beratungsdauer,
- Erfolgskontrolle, Rückmeldung, Abschließen der Beratungstätigkeit oder Fortsetzung mit gegebenenfalls neuen Zielsetzungen.
Bei Beratung in Konfliktfällen ist die Beratungslehrerin dem Standpunkt der Neutralität verpflichtet. Ihre Aufgabe ist in erster Linie Mediation (Moderation und Vermittlung).
(aus dem Beratungskonzept)
Eltern- und Schülersprechtage:
Elternsprechtage werden an der Georg-Müller-Gesamtschule im üblichen Rahmen abgehalten, d.h. einmal pro Halbjahr. Den Elternsprechtagen gehen gelegentlich so genannte Schülersprechstunden voraus. Aber auch außerhalb dieser formalen Sprechstunden können Schülerinnen und Schüler nach Terminabsprachen ihren Lehrerinnen und Lehrern einzeln oder in kleinen Gruppen alle die Schule betreffenden Fragen stellen und Auskünfte einholen. Diese Schülersprechstunden räumen der Arbeit am Schüler-Lehrer-Verhältnis eine feste Zeit ein und machen somit dessen Bedeutung für die GMS deutlich.
Zielgerichtete Beratung im Hinblick auf das Berufsleben oder die gymnasiale Oberstufe bzw. ein Studium:
Die Lehrpläne weisen im Rahmen der Richtlinien für den Lernbereich Arbeitslehre deutlich darauf hin, dass Berufsorientierung und Praktika grundlegende Schwerpunkte der schulischen Arbeit darstellen. Insbesondere die Fächer Wirtschaft und Hauswirtschaft werden dabei in den Mittelpunkt gerückt. Somit ist ein Bindeglied zwischen Schule und Berufswelt festgeschrieben.
Ab der 8. Klasse wird im Rahmen der Schullaufbahnberatung auch fortlaufend über die gymnasiale Oberstufe im Allgemeinen und an unserer Schule informiert. Ab der 9. Klasse erhalten die Schüler regelmäßig eine entsprechende Beratung.
Ein nicht unbedeutender Teil der GMS-Schülerinnen und -Schüler wird die Schule jedoch nach der 10. Klasse verlassen, um direkt eine berufliche Ausbildung anzuknüpfen. Von daher ist es erforderlich die Schülerinnen und Schüler auf diese Zeit soweit wie möglich vorzubereiten.
Ab der 8. Klasse wird, zunächst im Wirtschaftsunterricht, aber auch darüber hinaus über berufliche Möglichkeiten, über Voraussetzungen und Entwicklungen des Arbeitsmarktes informiert. Die Schüler lernen, sich zu bewerben und sich vorzustellen. In zwei Praktikumsphasen gewinnen sie intensive Einblicke in das Arbeitsleben und erhalten erste direkte Gelegenheit zu einer Orientierung über einen eigenen Berufsweg.
Die bestehende Praktikumsregelung sieht vor, dass alle Schüler im Laufe des 9.Jahrgangs zwei zweiwöchige Berufspraktika absolvieren. Dazu bemühen sich alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 im zweiten Schulhalbjahr möglichst selbständig um einen Praktikumsplatz. Zeitlich ist das erste Praktikum zu Beginn der neunten Klasse angesiedelt. Hier werden erste „Arbeitserfahrungen“ gemacht. Der eine oder andere findet seine Vorstellung von einem Traumberuf bestätigt. Wieder andere haben in dieser Zeit erfahren, dass sie aufs falsche Pferd gesetzt haben.
In einem zweiten Praktikum gegen Ende der neunten Klasse hat diese Gruppe von Schülerinnen und Schülern noch einmal die Gelegenheit auf die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz bzw. nach einer adäquaten Branche zu gehen. Diejenigen, die schon beim ersten Mal zufrieden waren, lernen Alternativen kennen.
Die Jugendlichen werden während des ersten Praktikums von Lehrkräften, die sie im Praktikumsbetrieb besuchen, begleitet. Dabei werden sie auch beim Anlegen einer Praktikumsmappe beraten, in der sie in Form eines Berichtes verschiedene Aspekte des Berufspraktikums beschreiben und die ihnen hilft, die neuen Erfahrungen gedanklich tiefer zu durchdringen. Eine Ausstellung, die diese Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler dokumentieren soll, schließt das erste Praktikum ab.
Es ist klar, dass selbst ein gut vorbereitetes und optimal durchgeführtes Praktikum nicht ganz vor Fehleinschätzungen schützen kann. Wir hoffen jedoch, dass unsere Schülerinnen und Schüler durch die zwei Praktikumserfahrungen eher in der Lage sind ihre Begabungen einzuschätzen.
Im Zusammenhang des ersten Praktikums lernen alle Schülerinnen und Schüler in Begleitung eines Berufsberaters das Berufsinformationszentrum (BIZ in der Agentur für Arbeit) kennen. Dadurch wird jedem Interessierten ein Werkzeug an die Hand gegeben, das bei der Suche nach der jeweils geeignetsten Ausbildung von großem Nutzen sein kann. Außerdem bietet der Berufsberater Schülern der 10. Klassen alle vier bis sechs Wochen seine Dienstleistung an. Hier können alle Fragen rund um die Berufswahl gestellt werden. Besuche im BIZ sind weiterhin gewünscht, da zu bestimmten Terminen Berufe konkret und praxisnah vorgestellt werden. Diese Präsentationen liefern den Schülern viele praktische Details zu den vorgestellten Berufen.
Seit vielen Jahren steht den Schülern der 9. Klassen die so genannten Berufsinformationsbörse (eine Aktion der Bielefelder Initiative Berufsausbildung e.V.) zur Verfügung. Sie findet jeweils im Herbst statt. Hier werden über 100 Ausbildungsberufe aber auch Weiterbildungsmöglichkeiten vorgestellt. Diese Börse wird im Wirtschaftsunterricht vor- und nachbereitet. Auch Eltern sind bei dieser Veranstaltung gern gesehen.
Vor dem zweiten Praktikum wird den Schülerinnen und Schülern ein Bewerbungstraining angeboten. Weil das Hinzuziehen von Experten erfahrungsgemäß eine besondere Lernsituation erzeugt, wird dieses Bewerbungstraining von Mitarbeitern verschiedener außerschulischer Dienstleister durchgeführt. Es werden Bewerbungshilfen gegeben, Einstellungstests durchgeführt, sowie Hinweise zu Vorstellungsgesprächen gegeben.
Seit dem Schuljahr 2005/2006 sammeln ausgewählte Schüler durch einen Kompetenzcheck weitere Erfahrungen in diesen Bereichen. In einem zweitägigen Test werden den Schülerinnen und Schülern dabei ihre Fähigkeiten und Stärken aufgezeigt. Dadurch soll ein gezieltes Interesse an bestimmten Berufen geweckt werden.
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